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Erholen

Ich dachte daran, mich wieder einmal vom Stadtleben, von Schönefeld erholen zu wollen und wählte den Harz als Ziel. In holidaycheck durchforstete ich die Angebote und las die Hotelbewertungen. Dabei fiel mir die Bewertung eines gewissen Georg ins Auge, der nicht nur Sternchen vergab, sondern Einzelheiten in einem längeren Text schilderte.

Georg (66-70) - Alleinreisend im September 2010 für 1 Woche - Wanderurlaub in B. - 3,2/6

Am Montag, dem 06.September 2010 stieg ich um 08:50 Uhr in den Regionalexpress nach Halle. Ich wollte nach B. im Harz. Umsteigen in Halle und in Wernigerode. Der Zug kam in Wernigerode pünktlich um 09:43 Uhr an. Der Zug der (privaten) Harzquerbahn sollte um 11:17 Uhr abfahren.

Was macht man bei reichlich 90 Minuten Wartezeit? Auf dem Bahnhof herum sitzen oder stehen ist langweilig. Für einen Stadtbummel reicht die Zeit nicht aus.

Ich trödelte ein bisschen herum und besorgte mir dann in der Agentur der Harzer Schmalspurbahn eine Fahrkarte. Wernigerode bis B. 08.00 €. Da ich das erste Mal seit 30 Jahren mit der Harzbahn fahren wollte, hatte ich ein paar Fragen. Die Agenturistin reagierte unwirsch. Wir waren nur 3 Reisende im Shop. Also eigentlich kein Grund, meine Fragen unfreundlich zu beantworten. Ich ging dann langsam mit meinem Gepäck zum Bahnsteig. Der Zug war, eine halbe Stunde vor Abfahrt, mäßig besetzt. Ich suchte mir einen möglichst bequemen Fensterplatz.

Die Wagen stammen wohl noch aus Urzeiten. Die Sitzbänke sind hart und unbequem.
Langsam füllte sich der Zug. Bei der Abfahrt war er schon sehr voll. In Wernigerode Westerntor stiegen noch mehr Reisende zu. Nun standen die Stehplatzinhaber eng aneinander gepresst im Wagen.

Eine Bedienstete des Zugpersonales quetschte sich durch die Massen, einen großen Henkelkorb in der Hand. Sie bot lautstark Schluckflaschen mit Kräuterlikör an. Als sich der Zug in Wernigerode Westerntor in Bewegung gesetzt hatte, dachte ich, oh wie schrecklich. Ganze zwei Stunden in dem Gedränge. Wer sollte das aushalten?

Als wir den Bahnhof Drei Annen Hohne erreichten, standen dort schon zwei Züge. Laut wurde verkündet, dass hier in die Brockenbahn umgestiegen würde. Auf den Bahnsteigen wimmelte es von Menschen. An Kiosken und Ständen wurden Thüringer Bratwürste, Hasseröder Bier, Schierker Feuerstein und Andenken verkauft.

Mein Zug leerte sich.
Es wurde so leer, dass mir Bedenken kamen. Endete mein Zug hier? Hatte ich vergessen auszusteigen, beziehungsweise umzusteigen? Ich ging durch den Zug. Außer mir war kein anderer Reisender da. Die Abfahrtszeit rückte heran. Der Zug stand, wo er stand. Ich fragte, auf der Plattform stehend einen vorübergehenden Zugbegleiter, ob der Zug weiterfahren würde. Ich wolle nach B.
Der Mann antwortete: „Sie sind im richtigen Zug. Er fährt weiter. Irgendwann.“
Schließlich setzte sich der Zug in Bewegung. Jetzt konnte ich in Ruhe und ungestört die Landschaft betrachten. Ich war nicht das erste Mal in dieser Gegend. Es muss im Jahr 1958 oder 59 gewesen sein, als ich das erste Mal im Harz gewesen bin. In Elend. In den achtziger Jahren hatte ich dann per Bahn, später mit dem Auto, den Harz erforscht.

In B. war ich der einzige Reisende der ausstieg.
Wo war das Hotel „Zur Brockenbahn"? Am Bahnhof, nicht im Bahnhofsgebäude, auf der anderen Straßenseite stand ein Kiosk. Die Bahn-Agentur. Dort fragte ich nach dem Hotel. Hätte ich mich umgedreht, hätte ich es sehen müssen. Der Agenturist war denn auch über meine Frage sehr erstaunt. Der Empfang im Hotel war unkompliziert. Die Frau murmelte etwas von, das brauche ich nicht, als ich meine Buchungsbelege übergab. Sie nahm dann aber doch alles. Ich sah mir an diesem Nachmittag den Ort an.
Der Kurpark war gerade umgestaltet worden und kahl. Das Restaurant am Kurpark wurde renoviert.

Die Hotelwirtin, die ich nach Ausflugszielen befragte, nannte mir Brocken, Elend, Wernigerode, Nordhausen und andere nur mit dem Auto oder Bahn zu erreichende Orte. Das kannte ich alles. Ich wollte die Umgebung kennenlernen. Ihr Kommentar, als ich die weitere Umgebung ablehnte: „Da kann ich Ihnen auch nicht helfen.“ Ich kaufte mir eine Wanderkarte und erkundete die gesamte Umgebung zu Fuß.

Zum Abendessen konnte ich mir aus dem Halbpensionsangebot etwas aussuchen. Es standen immer drei oder vier Speisen zur Wahl. Zweigangmenü. Entweder Vorsuppe und Hauptgericht, oder Hauptgericht und Dessert. Hauptgericht und Dessert gab es in den sechs Tagen nur einmal. Im Hotel waren vor allem Ausländer abgestiegen. Deutsch hörte man kaum. Eine Gruppe Schweizer kam geschlossen Barfuss zum Abendessen. Zum Frühstück gab es in der Regel Kaffee. Die Bedienung lief mit der gläsernen Kanne der Kaffeemaschine herum und schenkte selbst ein. Ich bekam mein Getränk – grünen Tee – im Kännchen. Leider kann man in Hotels grünen Tee nicht wie zu Hause gewohnt anrichten. Von Teezeremoniell also keine Spur.

Abends genoss ich in meinem Zimmer das Fernsehen. Da es nur eine Sitzgelegenheit, einen Stuhlsessel gab, in dem man nicht besonders bequem sitzen konnte, lag ich meist auf dem Bett. Einen Tisch gab es auch nicht. Dafür wäre kein Platz gewesen. Der Kleiderschrank hatte keine Wäschefächer. Nur oben ein breites Fach. Wo ich alles reinlegte, was man nicht auf die Kleiderbügel hängen konnte. Sah sehr lustig aus. Der Fußbodenbelag war leicht angeschmutzt.
Als ich mir am Abend die Zähne putzen wollte, schmeckte das Wasser abscheulich. Glücklicher weise hatte ich noch Mineralwasser. Am nächsten Morgen putzte ich mir die Zähne ebenfalls mit Mineralwasser. Zum Frühstück sagte ich der Wirtin Bescheid. Sie sagte: „Beobachten Sie bitte die Sache. Wenn das Wasser weiter so merkwürdig schmecken sollte, sagen sie verbindlich Bescheid. Dann müssen wir einmal nachsehen.“
Ich nahm verbindlich jeden Tag Mineralwasser aus dem Supermarkt mit aufs Zimmer. Ab dem Abend des dritten Tages schmeckte das Leitungswasser nicht mehr merkwürdig. Entweder hatte ich mich an den Geschmack gewöhnt, oder die Qualität hatte sich verbessert.
So vergingen die Tage. Ich war vom Frühstück bis zum Abendessen unterwegs.
Beim Abräumen des Abendbrotgeschirrs fragte die Bedienung jedesmal, ob es geschmeckt habe. An einem Abend hatte es mir nicht geschmeckt. Das sagte ich leider auch. Die Bedienung glaubte mir nicht. „Wir bereiten alle Speisen selbst zu und die schmecken immer!“ Daraufhin beantwortete ich ihre Frage, ob es denn geschmeckt habe, am nächsten Abend nicht. Als sie dringlich nachfragte, sagte ich: „Wenn Sie der Meinung sind, dass Ihr Essen immer schmeckt, warum fragen Sie da?“ Die Miene der Frau war nach meiner Antwort sehenswert. Glücklicher weise war es am letzten Abend, als ich so ins Fettnäpfchen getreten bin.

Für die Fahrt nach Hause kaufte ich mir in der Agentur die Fahrkarte. Dort sagte man mir, dass ich in Drei Annen Hohne umsteigen müsse. Unsicher sah ich auf den Fahrplan. Da stand eindeutig: Wernigerode. Der Zug entpuppte sich als Triebwagen. Am Triebwagen stand auch Wernigerode. Im Zug kam ich mit einem Holländer ins Gespräch. Dieser, ein Schriftsteller und Historiker kannte den Harz und die Harzer Schmalspurbahn wie seine Westentasche. Er würde seit vielen Jahren den Harz bereisen und dann in Benneckenstein wohnen.

In Wernigerode hatte ich eine Stunde Aufenthalt. Vor Langerweile sah ich zu, wie auf dem Hausbahnsteig zwei Leute den Warenautomaten befüllten. Dabei unterhielten sie sich über den kriminellen Einfallsreichtum der Bürger, ohne Geld an die Automatenware zu kommen.
Diese Unterhaltung war sehr lehrreich.

Da ich ein ehrlicher Mensch bin, werde das Gelernte nicht anwenden.

Bewertung - 6 Sterne möglich:
Lage & Umgebung 3,5
Verkehrsanbindung & Ausflugsmöglichkeiten 4,0
Sonstige Freizeitmöglichkeiten 4,0
Einkaufsmöglichkeiten in Umgebung 3,0
Restaurants & Bars in der Nähe 3,0
Zimmer 2,0
Ausstattung des Zimmers (TV, Balkon, Safe, etc.) 2,0
Größe des Zimmers 2,0
Zimmertyp:Doppelzimmer
Ausblick:zum Garten
Service 2,0
Kompetenz (Umgang mit Reklamationen) 2,0
Gastronomie 4,5
Vielfalt der Speisen & Getränke 3,0
Sauberkeit im Restaurant & am Tisch 6,0
Atmosphäre & Einrichtung 5,0
Geschmack & Qualität der Speisen & Getränke 4,0
Hotel 4,0
Zustand des Hotels 4,0
Allgemeine Sauberkeit 4,0

Hotel wirkt schlechter als angegebene Hotelsterne
Hotel ist schlechter als in der Katalogbeschreibung
Preis-Leistungs-Verhältnis: Angemessen
Infos zur Reise
Verreist als: Alleinreisend
Kinder: Keine Kinder dabei
Dauer: 1 Woche im September 2010
Reisegrund: Wandern und Wellness

***
Der Raum war als Zweibettzimmer ausgelegt. Er bestand eigendlich nur aus Bett, Nachtschränkchen, Kleiderschrank, einem Stuhlsessel, Fernseher. Das Bad war sehr schmal und hatte direkt über dem Klo eine Dachschräge. Schnelles Aufstehen von der Schüssel war gefährlich. Im Garten stand als Attraktion, als Brockenbahn, eine fahrtüchtige kleine Diesellok auf einem Stück Gleis. Der Wirt schilderte bei der Besichtigung  der Diesellok dem Gast, welche Anstrengungen es gekostet hatte, überhaupt eine Lokomotive zu kaufen und dann nach B. zu transportieren. Zum Abschluss der Besichtigung wurde stets der Motor gestartet.

Kurt Meran von Meranien

*

8.Wochenendgeschichte

Gold im Haar (Aus Anne erzählt)

Nach dem Erlebnis im Orchideenhaus, waren alle gespannt, wann der Blütenstaub abgewaschen sein werde. Ich hatte unter einer riesengroßen gelben Blume stehend, so viel Blütenstaub abbekommen, dass mein ganzer Körper bedeckt war.

Die Bienen hatten dann den größten Teil abgeleckt. Aus den Kopfhaaren ging der Blütenstaub weg, als ich mir meine Haare wusch. Aber der gelbe Blütenstaub, der auf meinen Schamhaaren war, ging nicht weg. Obwohl ich mich intensiv wusch, war nichts zu machen. Abrasieren wollte ich die Haare nicht.

Als ich eines Freitags wie üblich in den botanischen Garten nach K kam, war ein mir fremder Herr anwesend. Friedrich stellte ihn als Botaniker vor. Dieser Botaniker, Herr Salem, wollte das mit meinen Schamhaaren nicht glauben. Er glaubte auch nicht, dass mich die gelbe Blume bestäubte. Nach einer hitzigen Debatte sollte ich Beweise antreten. Wir, Specks, Friedrich, Salem, Carry, Wolfgang und ich saßen im Salon des Verwaltungsgebäudes. Speck schlug vor, dass ich Salem die Reste des Staubes zeigen sollte. Ich hatte aber keine Lust, mich Salem nackt zu präsentieren. Außerdem, wo sollte ich mich entkleiden? In der Halle oder auf der Terrasse? Oder gar hier im Salon? Schließlich gab ich nach, drehte mich um und zog mich aus. Dann, ging ich zu Salem und präsentierte ihm meinen Schoß.

Der stierte mich an. Ich machte ihn darauf aufmerksam, dass er nicht mich ansehen sollte, sondern meine Schamhaare. Rot wie ein Feuermelder betrachtete er meinen Bauch. Dann fragte er, ob er mal anfassen dürfe. Mich nicht, meine Haare ja, antwortete ich lächelnd. Er griff in meinen Busch. Bewegte die Haare hin und her. Zog sie auseinander und rieb sie. Ich lachte und fragte, was er eigentlich mache. Ob er mich scharf machen wolle, oder ob das tatsächlich seine Methode wäre, den natürlichen Ursprung des goldenen Schimmers meiner Schamhaare zu erkunden. Salem, in Wellen errötend, zeigte sich zwar beeindruckt, wollte aber immer noch nicht glauben, was er sah.

Ich machte den Vorschlag, er solle sich im Hintergrund haltend überzeugen, dass mich die Blume überstäube. Er wollte aber erst einmal selbst probieren, ob sich die Farbe nicht auswaschen lasse. Ich zuckte mit den Schultern und wir gingen ins Erdgeschoßbad. Da im Bad kein Platz für sieben Personen war, kamen nur Salem, Frau Speck und Wolfgang mit. Ich stieg in die Wanne.

Salem wollte mich persönlich waschen. Das ließ Ria aber nicht zu. Sie machte meinen Bauch nass, seifte ihn gründlich ein und spülte ihn ab. Meine Schamhaare schimmerten weiter golden!

Nun wollte es Salem doch selbst probieren! Er betonte, dass er mich nicht sexuell belästigen wolle, sondern es sich um ein chemisches Experiment handle! Nun, wenn es sich um ein chemisches Experiment handle, so könne er natürlich alles machen was er wolle! Allerdings würde ich penetrieren ausschließen. Alle Anwesenden lachten. Salem nach einem Zögern auch.

Er wusch er mich. Dabei bemühte er sich, nur meine Schamhaare einzuseifen. Als ich schließlich abgetrocknet war, hatte das Schimmern nachgelassen, war aber immer noch da. Ich sagte laut, dass ich jetzt eine Erholungspause brauchte. Wenn mich jetzt noch jemand anfasst, bekomme ich einen Orgasmus! Experiment oder nicht, ich bin sexuell erregt.
Salem wollte mich aus der Wanne heben, und auf die Kommode setzen, damit die Beine abgetrocknet werden könnten. Dabei fuhr er mit den Händen, von den Oberschenkeln aufwärts über meine Hüften bis zur Taille. Dort bewegte er seine Hände hin und her, um die beste Stelle zum Hochheben zu suchen. Ich bekam Gefühle und lud mich immer mehr auf! Wolfgang und Ria waren schon beim Hinausgehen. Ich sagte zu Salem, nun machen sie schon.
Er hob mich hoch und setzte mich nach einer halben Drehung auf die Kommode. Als ich so vor ihm saß, konnte ich es mir nicht verkneifen, mich vorzubeugen, die Hände auf die Oberschenkel zu legen und meine Beine leicht zu öffnen. Hob eines der Beine an und streckte es ihm abgespreizt zum Abtrocknen hin. Schon wieder rot, trocknete er meine Beine ab.

Ich sprang von der Kommode, umarmte ihn, gab ihm einen Kuss auf die Wange und sagte danke. Verlegen sah er mir beim Anziehen zu. Als ich mir den Slip anzog, sagte ich zu ihm, stehen sie nicht so herum, legen sie mir den BH an. Er nahm diesen und hantierte so ungeschickt herum, dass ich ihn festhalten musste. Ich drehte ihm den Rücken zu und ließ den BH los. Der fiel runter. Er hob ihn auf und versuchte es noch einmal. Diesmal klappte es besser. Aber die rechte Brust lag nicht richtig im Körbchen. Nach einigen Fehlversuchen von ihm lagen die Brüste richtig. Nun musste er mir Rock und Bluse anziehen.

Als wir zurück in den Salon kamen, fragten sofort alle, was wir denn so lange gemacht hätten. ICH sagte, wir hätten das Experiment ausgewertet.

Nachdem meine Erregung abgeklungen war, wollten wir zu den Orchideen gehen. Speck fragte, ob ich mich nicht gleich hier wieder entkleiden wolle. Die Blumen am Weg würden sich doch darüber freuen. Wenn niemand mehr auf dem Gelände ist, ja. Ich will nicht vor allen Leuten splitternackt herumlaufen. Friedrich telefonierte. Dann sagte er, nur Rose ist noch da, sie wartet am Orchideenhaus.
Also stand ich auf, und ging mich langsam entkleidend, vor den Sitzenden hin und her. Als ich mir den Slip und dann den BH auszog, stand ich jeweils ihm voll zugewendet direkt vor Salem. Nackt drehte ich mich vor ihm mehrmals hin und her und sagte dann, los

Rose empfing uns im Vorbau des Orchideenhauses. Sie ließ sich Handys und Funkuhren geben, und legte allen Schutzmäntel an. Ria zögerte aber und meinte, sie würde sich erst ausziehen, da sie sonst zu sehr schwitzen würde. Rose wollte mit ihr in den Umkleideraum gehen. Ria sagte daraufhin, Quatsch, wir sind doch erwachsene Leute und unter uns, und zog sich einfach nackt aus. Dann legte sie den Mantel an, und ging mit den Anderen hinein. Als sich seine Frau so unbefangen ausgezogen hatte, bekam Speck einen roten Kopf und Salem wusste nicht, wo er vor Verlegenheit hinsehen sollte.

Rose führte alle herum, erzählte und warnte. Wirklich schoss die Pfeilblume ein paar Pfeile auf Salem und Speck ab. Der Schutzmantel ließ die Pfeile abprallen. Salem erschrak aber trotzdem fast zu Tode.
Als sie herauskamen, wankte Salem und musste sich erst einmal hinsetzen. Ria meinte, keine Müdigkeit vortäuschen, ausziehen und unter die Dusche.

Carry und Rose besahen sich Salem genau, nachdem er sich geduscht hatte. Er wagte keinen Protest, als die beiden Frauen ihn um und um drehten und von Kopf bis Fuß zentimeterweise abtasteten. Sie konnten aber keine Einstichstelle finden. Als Carry überzeugt war, das Salem in Ordnung war, gab sie ihm einen Patsch auf den nackten Hintern und er durfte sich in ihrer Gegenwart anziehen. Ria sah sich Ludwig an. Aber ihr Mann war auch nicht getroffen.

Als sich alle anderen ausgeruht und wieder angekleidet hatten. Schickte ich mich an, wie üblich splitternackt hinein zu gehen. Salem protestierte sofort energisch. Sie haben wohl Angst um mich? Es ist doch nur ein Experiment, sagte ich höhnisch! Alle dürfen bis zum durchsichtigen Vorhang gehen, aber keinen Schritt weiter! Egal was passiert.
Alles geschah, wie sonst auch. Lief mit tänzerischen Bewegungen, mich drehend und wiegend durch die Gänge. Sprach mit allen Pflanzen. Streichelte und küsste sie. Keine der Pflanzen griff mich an. Alle einigermaßen beweglichen Pflanzen nahmen meinen Rhythmus auf, und bewegten sich im Takt. Als ich mich unter der gelben Blume mehrmals herumdrehte, fiel nicht nur Staub, es regnete auch Blütenblätter! Ich war über und über mit goldgelbem Blütenstaub und Blättern bedeckt. Als ich nach einer Abkühlungspause vor den anderen stand, sah ich aus wie die Goldmarie! Alle sahen mich verwundert und bewundernd an.

Ich hatte mich auf einen Tisch gestellt, damit mich alle sehen konnten. Als in der Ferne eine Wolke auftauchte, ließ ich sie zurücktreten. Die Bienen kamen. Ich verbot, nach ihnen zu schlagen. Sie würden ihnen nichts tun, wenn die Leute ruhig blieben.
Der ganze große Schwarm huschte über mich hinweg. Der Blütenstaub verschwand zum größten Teil und die Blätter fielen herab. Nur meine Kopf- und die Schamhaare waren goldgelb gefärbt!
Ich winkte, sprang vom Tisch und ging mit Speck Richtung Haus.

Die Mitarbeiter gingen diskutierend nach Hause. Friedrich hatte auf der Terrasse eine Wanne aufstellen lassen. Ich stieg hinein, und Salem durfte mich sofort, des Experimentes wegen waschen. Ich trug ihm auf, meinen gesamten Körper gründlich zu waschen! Willig machte er sich ans Werk. Während ich mich mehr und mehr aufheizte mussten mich alle begutachten.

Ich gab ihnen auf, mich sofort zu bewerten. Wer meinen Anblick gut fand, sollte meinen Bauch küssen. Wer mich hervorragend fand, ich meinte natürlich den Goldschimmer, der sollte beide Brustwarzen küssen. Es kam fast, wie ich gedacht hatte. Specks, Wolfgang, Friedrich und Carry leckten mir die Brustwarzen ab. Salem hauchte Bauch und Brustwarzen an.

Danach wurde  mit Champagner noch ein bisschen gefeiert und einzelne Herren erfreuten sich in Nebenräumen an meiner goldenen Haarpracht.

Nach dem Diktat von Anneliese am 18.01.2007 von Kurt Meran von Meranien aufgeschrieben


*

5. Wochenendgeschichte 22.09.2017

Morgens? Aber nicht halb zehn in Leipzig

Fiviebert saß nackt auf der Kante seines Bettes und angelte mit den Füßen nach seinen Pantoffeln. Gähnend reckte er sich, und sah sich um. Überall lag Kleidung auf dem Boden. Viele Sachen, und das meiste davon waren eindeutig Frauensachen. Routinemäßig überprüfte er seine Umgebung. War er in seiner Wohnung? War die Brieftasche da? Hatte er Haare auf dem Kopf? Seit seiner wilden Zeit kontrollierte er das beim Aufstehen. Es war oft vorgekommen, dass er irgendwo aufgewacht war und nicht wusste wo. Das Brieftasche und Schlüsselbund fehlten, oder eine Glatze seinen Kopf zierte. Nun, heute war scheinbar alles in Ordnung. Bis auf die fremden Sachen!

Er stand auf, sortierte die herumliegende Kleidung, und besah sich sein französisches Bett. Das Laken sah furchtbar aus! An Hand der verschiedenen Sachen mussten sich zwei Frauen in der Wohnung aufhalten. Er sah in alle Ecken. Hier war keine. Er ging ins Bad, als dort Wasser rauschte. In der Wanne stand eine Frau und duschte. Eine Frau. Wo war die andere? Als die in der Wanne sich herumdrehte, erschrak er. Nun wusste er auch, wo sein Alptraum, und seine aufgeschlagenen Knie herkamen. Die Maus hatte einen herrlichen Körper, war aber grundhässlich. Ihm fiel schlagartig ein, dass er mal aufgewacht, ihr Gesicht gesehen hatte, und mit einem doppelten Salto mortale aus dem Bett gesprungen war. Aber eine ganz andere Sache quälte ihn. Wie kam diese Frau in seine Wohnung, und wo war die andere? Er gab ihr einen Kuss auf den Schenkel und bot an, ihr beim Duschen zu helfen. Sie schüttelte wie wild ihren Kopf und krächzte: „Nein, nein, nicht schon wieder!“ „Was heißt hier nicht schon wieder?“ „Ich kann immer noch nicht wieder richtig sprechen“, krächzte sie. Fiviebert wunderte sich. Was hatte einseifen mit sprechen zu tun? Er fragte: „Sag mal, wo ist die Andere hin?“ „Brötchen holen.“ Beim Aufräumen hatte er auf die Uhr gesehen. Es war 5! Da es Sommer war, war es draußen schon hell. „Wer geht denn früh um 5 Brötchen holen?“ Sie sah ihn verständnislos an. „Es ist nicht morgens um 5, es ist nachmittags!“ Er schluckte. Ging wortlos in das Wohnzimmer und sah auf die Funkuhr. 17,11 Uhr. Fiviebert begab sich wieder ins Bad. Er sagte kopfschüttelnd: „Samstagnachmittag um 5 gibt es hier auch nirgends frische Brötchen.“ Sie lachte und meinte, das habe sie nur so gesagt. Die hole Zigaretten. „Das ist eine Nichtraucherwohnung!“ „So? Komisch.“ „Was ist daran komisch?“ „Du rauchst doch wie ein Schlot.“ Schon wieder etwas Unverständliches. Er rauchte doch seit 8 Jahren nicht mehr! Ohne auf ihren krächzenden Protest zu achten, seifte er sie zügig ein. Er wollte gerade seine Wannenmasche abziehen, als es an der Haustür klingelte. Er meldete sich an der Sprechanlage. „Polizei, bitte öffnen“, sagte eine weibliche heisere Stimme. Fiviebert betätigte den Türöffner, öffnete aber nicht die Wohnungstür, sondern linste durch den Spion. Eine Frau in einem langen Jeanshemd. Sie kam zu seiner Tür und klingelte. Wer war das? Polizei, im Hemd? Er vergaß, dass er nichts an hatte und öffnete. Sie kam herein, ging an ihm vorbei ins Wohnzimmer, und legte Zigaretten und eine Schachtel Zigarren auf den Tisch. Er war ihr gefolgt und fragte: „Für wen sind die Zigarren, und wer sind sie?“ „Ich bin eine Frau, und die Zigarren sind für Dich!“ „Und wieso Polizei?“ „Du hättest doch sonst kaum aufgemacht.“ Er sah sie von oben bis unten an. Das Hemd kam ihm bekannt vor. Natürlich, es war ja auch seins. Er hatte die Ärmel über den Ellenbogen einfach abgeschnitten, als sie löchrig wurden. „Wo ist Siggi“ fragte sie.“ „Wer ist Siggi?“, fragte Fiviebert zurück. Sie sah ihn an und sagte: „Dir fehlt anscheinend der Film.“ Er nickte. Zusammen gingen sie ins Bad. Die andere, also anscheinend Siggi, trocknete sich, immer noch in der Wanne stehend, mit einem Badehandtuch ab. Die im Hemd sagte heiser: „Siggi, kannst du dir das vorstellen, Fiffi fehlt der Film. Er kennt uns nicht, und weiß nicht wie wir hierhergekommen sind!“ Die andere nickte grinsend. Die im Hemd sagte zu Fiviebert: „Du musst Siggi doch noch von Früher kennen! So ein Gesicht vergisst man nicht.“ Der heranfliegenden Handbürste wich sie geschickt aus und lachte. Er verstand immer noch nicht. „Mensch, erinnere dich! Siggi wohnt in Wahren und ihr habt's schon x-mal miteinander getrieben!“ Fiviebert fiel vor Erstaunen fast in die Badewanne. Natürlich. Wie konnte er die Maus vergessen. Die war doch scharf wie eine Rasierklinge und wild wie eine Nonne gewesen. Aber hübscher war sie nicht geworden. Sie hatte immer noch rosarote Kopfhaut. Dünne weißblonde Haare. Der Mund reichte von einem Ohr zum Anderem. Und X-er hatte sie auch immer noch. Aber wieso waren die Beiden so heißer? Und den Namen der anderen wusste er immer noch nicht. Diese knöpfte gerade das Hemd auf und zog es aus. Sie hatte nichts drunter! Er bekam Stielaugen, und fragte: „So warst du Einkaufen?“ Sie nickte lachend, und stieg in die Wanne. Er sagte laut: „Einmal einseifen bitte“, und wollte beginnen. Auch sie protestierte. Als sie fertig war, lehnte sie auch sein Angebot, ihr aus der Wanne zu helfen kategorisch ab. „Einmal reicht!“ Er sah sie jetzt einmal genau an. Beide hatten ihre Bikinizone glattrasiert. Wie er das hasste! Erstens fehlte das Schönste, und zweitens konnten sich doch auf der glatten Haut die Sexuallockstoffe nicht lange halten. Allerdings in dem Alter? Er beschloss, seinen Arzt einmal zu fragen, wann die Lockstoffe ihren Dienst einstellten. Die Frauen wollten frühstücken. Fiviebert zog seinen Hausanzug an, und bestand darauf, dass die Beiden Bademantel und Hausmantel von ihm anlegten. Siggi sagte: „Zieh nicht so viel an, wir sind noch nicht fertig!“ Beim Frühstücken erzählten sie ihm was gewesen war.
Fiviebert hörte entsetzt zu.
Er wusste nur noch, dass er Freitagnachmittag im Park spazieren gegangen war. Er hatte seinen Spaziergang immer weiter ausgedehnt, und war in einem Biergarten gelandet. Alle Tische waren besetzt. Nur an einem Tisch war noch etwas frei. Obwohl an diesem Tisch zwei Frauen saßen, hatte er nach höflicher Frage mutig Platz genommen. Nach längerer fröhlicher Unterhaltung waren sie gegangen, und Richtung Stadt spaziert. Unterwegs wurde noch eingekehrt.
Von da ab fehlte ihm der Film.
Sie hatten ihn in eine Disco geschleift. Dort hatten sie getanzt, gequatscht und geraucht. Er hätte eine Zigarre nach der anderen gequalmt. Zu später oder auch früher Stunde wollten sie nach Hause. Fiviebert wollte unbedingt noch etwas zu trinken mitnehmen, hätte aber kein Geld mehr gehabt. Als Pfand für die 2 Flaschen Wein, Málaga und Ramos Pinto, hätte er seinen Personalausweis dem Wirt gegeben. Fiviebert's Haare stellten sich auf, als die Frauen das erzählten. Unauffällig sah in seine Brieftasche. Der PA war an seinem Platz. Und Geld war auch genug da. Was erzählten die denn für Zeug? Da Fiviebert nach der Disco nicht mehr allein laufen konnte, hätten sie ihn nach Hause gebracht. Unterwegs hätte er sich soweit erholt, dass seine Unternehmungslust wieder erwachte. Die Frauen mussten zu Hause bei ihm in die Wanne und duschen. Er hätte sie eingeseift, dabei massiert, nicht aus der Wanne gelassen, und furchtbar gekitzelt. Sie hätten so gestöhnt und geschrien dass die Nachbarn an Tür und Wände geklopft hatten. Dann hätte er ihnen im Bett den Wein zuerst in den Nabel und dann woanders hin gegossen und mit einem Trinkhalm aufgesaugt. Es würde immer noch überall kleben.
Fiviebert stöhnte. Da konnte er sich von seinen Nachbarn ja was anhören.
Die andere sagte: „Ich habe vorhin etwas Geld zum Einholen genommen, das hier so rumlag. Du könntest mir mein Zeug mal wiedergeben.“ „Was für Zeug?“ Siggi sagte: „Carrys Handtasche ist doch kaputt gegangen. Du hast ihr Zeug in deine Jacke gesteckt, und wolltest die Tasche später reparieren.“ Fiviebert holte seine Jacke. Er förderte ein kleines Taschentuch, Kosmetikkrimskram und ein paar Eus zu tage. Carry fragte: „Und wo ist mein Personalausweis?“ „Hier nicht.“ Carry schluckte und fing plötzlich an zu schreien. „Du hast doch nicht etwa meinen PA dem Wirt gegeben?“ Fiviebert bot kleinlaut an, mit ihr zusammen hinzugehen. Siggi meinte, aber erst steigst du in die Wanne, und dann geht es dir schlecht! Solltest du danach noch leben, gehen wir drei zusammen hin.
Es wurde noch ein schönes abwechslungsreiches Wochenende.
Allerdings konnte Fiviebert sich nach diesem Wochenende über eine Woche lang kaum bewegen, und es tat alles weh, was irgendwie wehtun konnte.

Kurt Meran von Meranien 07.02.2008 (Lesung Im Budde-Haus Leipzig 2008)

*

Frauen haben immer RECHT
Gestern kam Heidi auf die blendende Idee, einen Bummel im Park zu machen. „Der Spaziergang wird dir gut tun“, sagte sie. Dabei musterte sie mich von oben bis unten und ergänzte: „Du könntest ruhig ein bisschen abnehmen.“ Ich schüttelte innerlich meinen Kopf, sagte aber nichts.
Vorgestern kam sie fast nackt aus dem Bad. Ohne ihre Bandagen, Korsett oder Korselett, der Teufel weiß wie das Zeug heißt. Da konnte ich so richtig sehen, wie sich ihre Figur entwickelt hatte. Und natürlich fragte sie: „Daggi bin ich zu dick?“ Was sollte ich antworten? Sage ich ja, gibt’s Krach! Sage ich nein, gibt’s auch Krach. Einmal hatte ich geantwortet: „Aber nein mein Schatz.“ Sie ging beglückt zu ihrer besten Freundin und kam verschnupft nach Hause. Knurrend erklärte sie: „Du bist zu nichts zu gebrauchen. Aber das du mich auch noch beschwindeln musst…“ Sie hatte die ominöse Frage natürlich ihrer Freundin gestellt. Freundinnen dürfen ehrlich antworten. Auch wenn die Antwort negativ ausfällt. Ich sagte deshalb sehr diplomatisch, wie ich mir einbildete: „Steig auf die Waage. Stell aber vorher auf deinen Namen. Da habe ich Alter und Größe gespeichert.“ Heidi stutzte und fragte: „Und was bedeutet das?“ „Die Waage errechnet das Idealgewicht, den Wasseranteil, die Knochenmasse und den Fettanteil in Prozenten!“ Das mit dem Fettanteil hätte ich besser nicht sagen sollen! Heidi stürzte sofort ans Telefon und führte ein Ringgespräch mit allen ihren Freundinnen.
Dann tat sie den ganzen Tag den Mund nicht mehr auf. Wenn Heidi schmollt oder den ganzen Tag meckert, dann ist das fast nicht zum Aushalten. Aber einen ganzen Tag kein Wort, das ist das Entsetzlichste was man erleben kann. Dazu kamen noch die blöden Fragen von Jana, Cora und Janas Freund.
Wir „bummelten“ durch den Park. Als wir losgegangen waren, hatte es angefangen zu regnen. Heidis für den Bummel Zurechtmachen hatte eine geschlagene Stunde gebraucht. Als sie den Spaziergang vorschlug, schien noch die Sonne. Sonst hätte ich mich nicht breitschlagen lassen. Es regnete immer mehr. Ich gehe nicht gern bei Nässe spazieren, da ich nie einen Regenschirm benutze. Heidi hatte ihren Knirps aufgespannt und lachte mich aus. „Regen tut dir gut. Du wirkst dann schlanker.“ Um mir solchen Blödsinn nicht mehr anhören zu müssen, beschleunigte ich meine Schritte. „Renn nicht so. Wenn du stolperst und fällst, rollst du bestimmt ins Gebüsch.“ Ich sagte nichts, denn ich hatte ein andres Problem. Immer wenn ich meinen rechten Fuß aufsetzte, gaben meine Schuhe einen komischen Laut von sich. Es quietschte oder quatschte. Was war das? Ich blieb an einer Bank stehen und holte eine Plastetüte aus meiner Jackentasche. Habe ich immer beim Spazierengehen einstecken. Legte die Tüte auf die Bank. Setzte mich und kontrollierte meine Schuhe. Es war nichts zu sehen. Sie waren glatt, blank und ganz. Warum dann diese Geräusche? Heidi war einfach weitergegangen. Meine Probleme, egal welche, interessierten sie nie. Solange ich sie nicht direkt ansprach und um Hilfe bat, reagierte sie nicht. Zu Hause hatte ich dann meine Schuhe wie üblich auf den Schuhabtropfer gestellt. Als ich sie putzen wollte, stellte ich zu meiner Verblüffung fest, dass der rechte Schuh im Absatz ein Riesenloch hatte. Der untere Teil des Luftpolsters, oder das Polster selbst, hatte sich gelöst und verkrümelt. Deshalb die komischen Geräusche und mein nasser Fuß.
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Eines Morgens hatte ich mehrere Überraschungen erlebt. Heidi hatte mich geweckt und war zu mir unter die Bettdecke gekommen. Wir schliefen seit Jahren getrennt. Dass sie ohne Anforderung in mein Bett kam, war mir noch nie vorgekommen. Als ich später ins Bad wollte, war dies besetzt. Das war mir vollkommen rätselhaft. Wie ich schon erzählt hatte, bewohnten wir ja zwei Wohneinheiten. Heidi und Jana die größere. Cora und ich die kleinere. Cora schlief noch. Wer war da in meinem Bad? Ich ging durch die Verbindungstür in die andre Wohnung. Dieses Bad war auch besetzt. Heidi war in der Küche. Also musste Jana im Bad sein. Wer war in meinem Bad? Ich ging zurück und klopfte. Nichts! Also holte ich Werkzeug. Als Cora und ich in die zweite Wohnung zogen, war immer einmal die Tür blockiert, da Cora manchmal den Riegel vorschob und nicht mehr zurückbekam. Ich musste dann die selbstgefangene Cora befreien. Die Tür ging auf und ich erstarrte! Im Bad war ein fremder junger Mann! Im sofort angestellten Verhör kam heraus, dass es Janas Freund war. Am Abend tagte dann der Familienrat. Ich verbat mir die Blockierung meines Bades. Cora fiel mir in den Rücken und sagte frech: „ Papi, das ist nicht dein Bad. Das ist unser Bad. Du kannst nicht allein darüber bestimmen!“ Heidi und Jana grinsten. „Bis jetzt war das Bad früh immer frei. Ich muss schließlich zeitig zur Arbeit. Und deshalb muss ich morgens freien Zugang haben!“ „Du kannst ja früher aufstehen!“ Ich sagte nichts mehr. Der Familienrat beschloss, dass jedes Familienmitglied das Bad benutzen konnte, welches gerade frei war. „Fremde gehören nicht zur Familie!“
Es wurde einfach umformuliert: „Jeder Anwesende …!“
Bei einem Streit hatte ich zu Heidi gesagt: „Wieso hat Jana schon einen Bettgenossen. Ist das nicht ein bisschen zeitig?“ Heidi hatte schnippisch geantwortet: „Sie ist ihres Vaters Tochter. Hast du nicht auch sehr zeitig angefangen?“ Diesem Argument hatte ich nichts entgegen zu setzen.
Die sogenannte Familie konnte mich mal gerne haben. Ich reagierte auf diese Frechheiten und richtete mein Exil ein! Als wir noch zu dritt waren und Jana nicht zum aushalten schrie, hatte ich mir unsere Bodenkammer ausgebaut. Polsterbett, Tisch, Heizkörper, Bücherregal, Waschbecken, Wasserleitung, Nachttopf, Licht. Mehr brauchte ich nicht. War lange nicht benutzt. Ich entfernte den Staub, kehrte und wischte. Installierte einen kleinen Kühlschrank und einen Fernseher. Wenn ich dann merkte, dass Janas Freund nach dem Abendbrot blieb, verschwand ich nach oben. Ungestört konnte ich mich morgens fertig machen und zur Arbeit gehen.
Nach nur zwei Wochenenden bemerkte die Familie, dass ein Mitglied abends fehlte. Die gesamte Bagage inklusive Janas Freund, stattete mir einen Besuch ab. Janas Kerl fand mein Exil spitze und machte den Vorschlag, dass Jana und er doch diese Kammer nutzen könnten. „Es wird eine breitere Liege aufgestellt und der Alte kann in seinem Bett schlafen!“ Ich sagte: „Von mir aus. Ich habe sowieso in der Wohnung ein Bett. Darum geht es auch nicht. Es geht nur um das morgendliche Duschen und Rasieren. Wo wollt ihr euch denn fertigmachen, wenn ihr hier schlaft?“ „Natürlich in einem der Bäder.“ „Und warum dann hier oben schlafen, wenn ihr unten Duschen wollt?“ „Warum wohl? Ihr habt zwei Wohnungen. Warum sollen Jana und ich nicht auch etwas für uns allein haben? Hier sind wir ungestörter.“ Nur wir zwei Männer diskutierten. Die drei Weiber waren still! Ich richtete mich kerzengrade auf und sagte unmissverständlich: „Wenn ihr eigene Räume haben wollt, dann kann Jana ja ausziehen!" Jetzt wachten die drei auf! „So weit kommt es noch“, knurrte Heidi. Cora starrte mich mit großen Augen an und sagte: „Aber Vati, so kenne ich dich doch gar nicht.“ Jana sagte laut, sehr laut: „Du Rabenvater kannst ja ausziehen!“
Es klopfte an die Tür. Mayer aus der dritten Etage. Er schaute sich staunend um und sagte: „Mensch Dagoperth, das ist ja eine tolle Überraschung. Die ganze Familie mit Zuwachs hier drin. Macht ihr ein Meeting? Dann aber nicht so laut!“ Er verschwand. „Ich bleibe dabei. Wenn jemand auszieht, dann Jana. Diskutiert das wo anders aus. Sagt mir Bescheid. Ich bleibe so lange hier oben.“ Mit ausgebreiteten Armen schob ich alle aus dem Raum. Sie gingen zögernd zur Treppe. Während ich mich auszog klopfte es wieder. Schon wieder Mayer. Mit ein paar Flaschen Bier. Am nächsten Nachmittag, ich war nicht in die Wohnung gegangen, kam Heidi zu mir in die Kammer. Nach kurzer Diskussion warf ich sie raus. Am folgenden Wochenende bekam ich wieder Familienbesuch. Ohne Freund. Jana heulte. Heidi sagte bitterböse: „Wegen dir hat Klaus mit Jana schlussgemacht!“ „Wieso wegen mir?“ Jana sagte schluchzend: „Klausi will nicht so einen Rabenvater in seiner Familie haben.“ „Passt einmal auf, ich ziehe ganz aus. Dann könnt ihr machen was ihr wollt! Und jetzt raus!“
Eine Stunde später saß Klausi neben mir auf dem Polsterbett. Er hatte Bier und Essen vom Italiener mitgebracht. „Du bist ja ein Schlaufuchs! Wenn’s Probleme gibt, tauchst du hier unter. Ich habe mit Jana schlussgemacht. Aber nicht weil du Ärger gemacht hast, sondern weil deine Olle überall rumschnüffelte, meine Sachen durchwühlt hat und immer das letzte Wort hatte. Außerdem hat sie nachts an der Türe gehorcht.“ Ich grinste. Er fuhr fort: „Jana ist zickig und wird bestimmt so wie ihre Alte. Ich wünsche Dir viel Vergnügen mit den Weibern.“ Trank sein Bier aus und ging.
Zusammen mit Mayer baute ich seine Bodenkammer aus und meine um. Schließlich machten wir aus zweien eine. Wenn Mayer oder ich Ärger in Familie haben, geht’s ab auf den Boden.
Bis später Euer Dagoperth 31.Januar 2012

 

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