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Zur obligatorischen Facebookfrage: „Was machst Du gerade?“

 

Ich mache mir Gedanken zu Deutschland – großes Theater in Deutschland - Wahl des neuen Bundestages

 

Was wäre wenn:


- Wenn die AfD die absolute Mehrheit bekäme?

 

ODER

- Wenn die Linke die absolute Mehrheit bekäme?

Was würde sich in Deutschland ändern?
Wie wären die Auswirkungen auf die EU, Europa, ja auf die ganze Welt?


Kurt Meran von Meranien 19.09.2017

 


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PEN-LOGOPEN-LOGOPEN-LOGOPEN-LOGOPEN-Zentrum Deutschland - Pressemitteilung vom 15. September -

Auftritt von „Europa Terra Nostra“ unterbinden

Deutscher PEN fordert die Frankfurter Buchmesse auf, einen Auftritt von „Europa Terra Nostra“

zu unterbinden

Die rechtsextreme Stiftung „Europa Terra Nostra“, hinter der NPD-Vorstandsmitglieder federführend stehen, verfolgt die Absicht, eine Veranstaltung auf der Frankfurter Buchmesse durchzuführen. Das PEN-Zentrum Deutschland fordert die Leitung der Frankfurter Buchmesse auf, einen solchen Auftritt zu unterbinden.

Eine Buchmesse steht für eine Vielfalt der Meinungen ebenso wie für die Toleranz gegenüber der Meinungsvielfalt. Die politischen und gesellschaftlichen Ziele rechtsextremer Organisationen widersprechen indes in eklatanter Weise einer solchen Grundhaltung. Die Freiheit des Wortes als Grundlage allen literarischen und journalistischen Schaffens hätte in durch rechtsextremes Gedankengut dominierten Gesellschaften keine Existenzgrundlage. Das Exil deutscher Autoren nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten ist Mahnung und Auftrag zugleich.

Es wäre falsch verstandene Toleranz, solchen Organisationen, die sich dezidiert und aggressiv gegen den Pluralismus wenden, gerade auf der Frankfurter Buchmesse als Ort, der nur dank der Vielfalt der Meinungen existieren kann, eine Bühne zu bieten. Die Frankfurter Buchmesse darf gerade jenen keinen Platz einräumen, die Toleranz mit Füßen treten.

„Laut der Charta des internationalen PEN sind alle PEN-Mitglieder verpflichtet, mit äußerster Kraft für die Bekämpfung von Rassen-, Klassen- und Völkerhass und für das Ideal einer einigen Welt und einer in Frieden lebenden Menschheit zu wirken. Gerade weil wir das Recht auf freie Meinungsäußerung als hohes Gut, ja, Grundlage der Demokratie wertschätzen, sagen wir: ´Wehret den Anfängen!`“ So Regula Venske, Präsidentin des deutschen PEN und Mitglied im Präsidium von PEN International.

Für das PEN-Zentrum Deutschland

Carlos Collado Seidel
Generalsekretär

Das PEN-Zentrum Deutschland ist eine von derzeit weltweit 150 Schriftstellervereinigungen, die im PEN International zusammengeschlossen sind. PEN steht für Poets, Essayists, Novelists. Die ursprünglich 1921 in England gegründete Vereinigung hat sich als Anwalt des freien Wortes etabliert und gilt als Stimme verfolgter und unterdrückter Schriftsteller.

Pressemeldung für Handy unter: http://www.lsa-news.de/deutschland/

 

15.09.201715.09.2017

 

Wahl – wählen – gewählt
Wahlen ziehen sich durch unser ganzes Leben! Wann hat der Mensch keine Gelegenheit zur Wahl? Eigentlich nur ein einziges Mal - bei der Geburt. Seine Erzeuger kann er sich nicht auswählen!
Die Qual der Wahl begleitet den Menschen, uns, das ganze Leben!
Was wir alles wählen können, zu wählen haben, kann gar nicht alles aufgezählt werden!

Also wähle ich ganz einfach die Wahl der Regierung/en! Es gibt ja viele Regierungen und Regierungsformen.
Wir wählen, wenn wir uns entschließen können mitzutun in Deutschland: Bundestag, Landtag, Kreistag, Gemeindetag, Städtetag, Stadtbezirkstag, Familientag – was vergessen? Ich bin ein Mann und Männer haben in der Familie in der Regel meist nichts zu sagen. Also lassen wir den Familientag weg!
Jetzt ist wieder Bundestagswahl. Wir wählen also die, die uns angeblich regieren und uns – das Volk vertreten! Noch vor Ablauf der Legislaturperiode möchte manch einer, oder auch zwei oder auch viele, die gewählten Volksvertreter am liebsten in den A … treten, weil sie nichts von dem getan haben, was sie versprochen haben!

Kandidatenvorstellung! Die meisten Kandidaten haben keine Ahnung wo sie sich gerade vorstellen und was dort wo sie gerade sind passiert. Ihr Vorstellungskonzept passt für jedes Bundesland, jeden Ort, jede Stadt und jeden Stadtteil. Konkrete Fragen können sie nicht konkret beantworten. Beispiel Kandidatenvorstellung zur Oberbürgermeisterwahl: Der einzige Teilnehmer der Veranstaltung, der konkret und allgemeinverständlich gesprochen hat, war ein Teammitglied des Veranstalters. Kein Kandidat hatte sich auf den speziellen Stadtteil vorbereitet!

In der DDR wurden die Kandidaten-Vorstellungen zentral organisiert. Der Kandidat bekam als Hilfsmittel einen dicken Ordner oder Wälzer in die Hand. Dort waren alle im Vorstellungsgebiet vorhandenen volkswirtschaftlichen Betriebe, politischen Vereinigungen etc. aufgeführt. Der Kandidat konnte sich dadurch auf Fragen und Antworten vorbereiten, wenn er wusste wo er sprach. Zum Beispiel in der Fleischerinnung oder in einem grafischen Betrieb …
Dumm sah es allerdings aus, wenn er gar nicht wusste wo er sich vorstellte.

So ging es mir einmal! Ich kandidierte als Stadtbezirksverordneter. Hatte schon einige Vorstellungen hinter mir, als ich zu einem Betrieb musste, den ich nicht einstufen konnte. Also blieb mir nichts weiter übrig, als kurz über mich zu sprechen und dann nach Problemen zu fragen. Wobei wir bei einem Kapitel sind, dass sich vor und nach jeder Wahl stellt: Wahl – Wähleraufträge! Wie geht man damit um? Im Zuge der Vorstellungen war ich mit konkreten Problemen konfrontiert worden und hatte dummerweise versprochen, mich um Lösungen zu kümmern. Ich bekam weder Hilfe von meiner Partei – der Liberal-Demokratischen Partei Deutschlands, noch vom Stadtbezirksrat! Ein langjähriger Abgeordneter bezeichnete mich als Rindvieh: „Man gibt keine Versprechungen!“

Wahltag! Ich saß bei jeder Wahl im Wahlbüro meines Wohnviertels. Diesen Sitz hatte ich geerbt. Mit der Zeit wussten wir ganz genau, wer schon um vier Uhr vor der Tür stand, um einen Blumenstrauß zu ergattern. Wir wussten auch, wer sich unmanierlich benehmen würde und dass bei jeder Wahl jemand auftauchte, der dort wohnte, dem aber die bürgerlichen Ehrenrechte aberkannt worden waren.

Als ich für den Stadtbezirk kandidierte, hatte ich ein Problem! Mein Wahlvorsteher wollte nicht auf mich verzichten. So eine Funktion hatte man, falls man nicht straffällig wurde, ein Leben lang inne. Ich war zu der Zeit Stadtbezirkssekretär der LDPD in einem anderen Stadtteil. Am Wahltag hatte ich eigentlich keine Funktion. Aber der verantwortliche Wahlleiter der Großstadt hatte sich neue Funktionen für eigentlich überflüssige Leute ausgedacht. Immer zwei Leute klapperten die Wahlstützpunkte ab. Wir mussten zuerst kontrollieren, ob die Wahllokale vorschriftsmäßig eingerichtet waren. Dazu gehörte, dass die Kabinen nicht in einer Ecke vor sich hin dösten, sondern sich zwischen Anmeldung und Wahlurne befanden. Weiter waren die Wahlvorstände bei Problemen mit Wählern zu unterstützen und ganz wichtig und vollkommen überflüssig: Der Stimmenabgabestand war zu erfragen.

In einem Stützpunkt gab es einen Eklat: der Leiter des Stützpunktes war ein Kreissekretär der SED aus dem Umland. Dieser behauptete beharrlich, als ich mich als städtischer Vertreter der Nationalen Front vorstellte, dass die Wahlen die Sache der PARTEI wären und die NF gar nichts zu sagen hätte! Die angelieferten Kabinen standen so wie sie transportiert worden waren in einem Nebenraum. Ich ließ den Kerl stehen, fuhr umgehend zum Wahlleiter und beschwerte mich. Der Stützpunktleiter wurde ausgetauscht.
Meine Initiative hatte allerdings ein Nachspiel! Der Kreisvorsitzende der LDPD riet mir in einem persönlichen Gespräch, mir mehr Fingerspitzengefühl anzugewöhnen.

Meine Abgeordnetenzeit wurde damals stark gekürzt, als ich aus „Versehen“ eine Sitzung der Nationalen Front auflöste.

Nach 1990 kandidierte ich als Stadtverordneter in einer mittleren Kleinstadt (hoffentlich liest das der Bürgermeister nicht).
Als oberster Eisenbahner im Betriebs- und Verkehrsdienst der Stadt, hatte ich angeboten bei der Lösung von Verkehrsfragen mitzuarbeiten. Eine Partei fragte an, ob ich bereit sei, als Stadtverordneter zu kandidieren. Ich sagte zu und hörte ein halbes Jahr nichts mehr. Als ich mich um eine Mitgliedschaft bemühte, wurde mir kundgetan, dass das noch Zeit hätte.
Nach längerem Warten wollte mich ein Parteivertreter besuchen. Den Besuch lehnte ich aus taktischen Gründen ab. Besuch loszuwerden ist oft schwer. Als Besucher zu gehen ist viel leichter.
Zwei Herren erwarteten mich. Nach gegenseitiger Begrüßung und Vorstellung sprach einer, während der andere schrieb. Wir sprachen über meine zukünftige politische Arbeit. Als die Beiden mir eingehend beschrieben hatten, was von mir erwartet wurde, legten sie mir nahe, in die Partei einzutreten und begannen die Partei, beginnend bei ihrem Gründungstag 18 ... vorzustellen. Ich schnitt ihnen das Wort ab und meinte, wegen dem Parteieintritt wäre ich hier. Daraufhin behaupteten sie, ich wäre noch nicht reif für den Eintritt in die Partei. Ich müsse erst beweisen, dass ich festen Willens wäre mitzuarbeiten und die Partei kennenzulernen. Da ich in der Ostzone gelebt hätte, könne ich gar nicht wissen, wie eine Partei wirklich arbeite. Und dann kam wieder das Gesülze von den Orgelpfeifen. Ich stoppte ihre Ausführungen und sprach über die Aufgaben der Parteien in der DDR. Vor allem verbat ich mir, immer von der Ostzone zu sprechen. Wir wohnten in der gleichen Stadt, weshalb auch sie in der „Ostzone“ gelebt hatten.

Das Benehmen der Herren gehörte zu den Nachwehen der Wiedervereinigung. Der Politleiter des Reichsbahnamtes hatte zum Beispiel seine Bürotür noch nicht richtig hinter sich abgeschlossen, als er gar nicht mehr wusste, dass es die SED gegeben hatte.
Und diese Herren hatten ebenfalls vergessen, dass sie Mitglieder und Funktionäre der SED gewesen waren!

Ich trat also in die Partei ein und kandidierte als Stadtverordneter.
Lustig fand ich, dass ich eines Tages aus der Zeitung die Ziele und näheren Aufgaben der Partei erfuhr, aber nicht in der Mitgliederversammlung. Auf Nachfrage wurde mir gesagt, ich müsse regelmäßig zu den Mitgliederversammlungen kommen und zuhören, was der Vorstand sagt.
Tja. Ich hatte an jeder Mitgliederversammlung teilgenommen. Die Versammlungen fanden in einer Gaststätte im normalen Gastraum statt. Die Vorstandsmitglieder saßen für sich am runden Tisch. Anwesenheitslisten wurden nicht geführt. So nach einer halben Stunde stand am runden Tisch jemand auf, sprach ein paar Minuten und nach einer weiteren halben Stunde, gingen wir.
Ich fand, dass mein Konterfei auf den Wahlplakaten gut gelungen war. Vorstellen brauchte ich mich nicht, Wahrscheinlich kannte mich jeder. Ich lebte ja auch schon mehr als zehn Jahre in dieser Stadt. Übte den Vorsitz im Gartenverein aus, sprach gepflegtes Sächsisch und war nicht zu übersehen!

Und jetzt hier erlebe ich wieder das, was ich vergessen hatte.
Vor einer Bundestagswahl hatte ich den Spitzenkandidat einer Partei interviewt. Genau wie bei Rechenschaftslegungen von Volkskammer- und anderen Abgeordneten, hörte ich immer wieder die bekannten Verallgemeinerungen: Die Partei hat … Was das einzelne Mitglied der Volkskammer / des Bundestages während der Legislaturperiode für das VOLK getan hat, war nicht zu erfahren. Bei dem Interview erfuhr ich auch nicht, was der Spitzenkandidat selbst für das Wohl seiner Wähler – des Volkes zu tun gedachte: die Partei hat sich das Ziel gestellt … Sie wird …

Seitdem nehme ich nicht mehr an Vorstellungen von Kandidaten teil, denn veralbern kann ich mich auch ohne diesen Aufwand!

Kurt Meran von Meranien
6 Tage vor der Bundestagswahl 2017

 

 

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Wahlen zum Zweiten!
Kinski hat mit seinen Worten, ‚Wahlen sind ein psychologischer Trick …‘ das Problem exakt erfasst!

Wer regiert in Wirklichkeit? Es regieren nicht die “demokratisch“ gewählten Parteien – es regiert das Kapital und die Parteien sind nur das Sprachrohr. Die eigentliche Arbeit machen für die angeblich regierenden, für die Minister, die Teammitglieder – die Arbeitstiere.

W. Ulbricht sagte einmal in den sechziger Jahren in der Messehalle II der Leipziger Messe (sinngemäß): Jetzt habe ich Euch vorgelesen, was mir aufgeschrieben wurde. Ich habe noch eine halbe Stunde Redezeit und die können wir für eine Fragestunde nutzen!

Wie Reden vorbereitet werden, habe ich zur Genüge erfahren, erleben müssen!
Eigentlich habe ich mich nie um Reden gekümmert, da ich keine zu halten hatte. Eines Tages bekam ich vom Kreissekretär den Befehl, während einer „öffentlichen“ Kreisarbeitstagung zu einem bestimmten Thema zu sprechen. Stadtbezirkssekretäre hatten in Kreisvorstandsberatungen und Kreisarbeitstagungen Sitz, aber keine Stimme. Wir sprachen nur wenn es angeordnet wurde!

Ich schrieb auf, was ich sagen wollte. Der Stadtbezirksvorsitzende, ein Lehrer brachte meinen Erguss in die richtige Form. Der Kreissekretär wusch mir den Kopf und korrigierte den Entwurf. Der Bezirk korrigierte auch drin herum. Ich schrieb den Salat ins Reine und meine Sekretärin sollte alles redegerecht abschreiben. Leider war diese mit dem Schreiben schneller als mit dem Lesen. Das hatte zur Folge, dass sie Sätze und ganze Abschnitte vergaß, und wenn sie es bemerkte, irgendwo anders einfügte. Wenn genug Zeit war, schrieb ich selbst alles neu, weil meine Sekretärin bei jeder Kritik zum Kreis rannte, um sich über mich zu beschweren. Später ließ ich sie, um Ärger zu vermeiden ganz aus der Sache raus.

In meinem korrigierten Referat stand nichts was ich unterschrieben hätte, bekam aber vom Kreis und den bezirklichen Gästen Beifall.

Ein aus dem Westen in die DDR abgewanderter Sohn eines Politikers wohnte in meinem Stadtbezirk. Durch seine wirtschaftlichen Erfolge interessierte sich der Kreis für ihn. Er trat in die LDPD ein und schwang große Reden. Auf einer Tagung äußerte er seine Gedanken. Hinterher bekam ich etwas auf den Hut, weil sein Referat weder dem Kreis, noch dem Bezirk vorgelegen hatte! Er sprach noch öfter. Man konnte aber ohne weiteres erkennen, ob der Kreis sein Referat bearbeitet hatte.

Eines Tages hielt ich ein freies Referat und durfte mich am nächsten Tag von der Hierarchie belehren lassen!

Heutige Zeit. Nach einer der vergangenen Wahlen untersuchte ich die für ihr Amt nötige fachliche Qualifikation verschiedener regierender Minister. Das Ergebnis war erschreckend! Leider oder auch gottseidank publizierte ich im Internet meine Erkenntnisse. Etliche „Vereine“ strichen meine Seite im Verteiler, andere suchten ein klärendes Gespräch und noch andere versuchten meine Seite werblich zu missbrauchen.

Bei Mutti bin ich überzeugt, dass sie ihre Reden und andere Verlautbarungen selbst entwirft und ins REINE schreibt, denn sonst hätten wir wohl nie die politischen und wirtschaftlichen Erfolgserlebnisse der kürzlich vergangenen Jahre inklusiv Ihrer Flüchtlingspolitik erlebt.

Kurt Meran von Meranien 13.09.2017

 


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PEN-LogoPEN-LogoPEN-Zentrum DeutschlandPEN-Zentrum DeutschlandPEN-Zentrum Deutschland - Pressemitteilung vom 5. September - Erhalt des Gedichts Avenidas des Lyrikers Eugen Gomringer

PEN-Zentrum Deutschland für Erhalt des Gedichts „Avenidas“ des Lyrikers Eugen Gomringer an Südfassade der Alice-Salomon-Hochschule, Berlin

Das PEN-Zentrum Deutschland fordert die Leitung sowie die Studierenden der Alice-Salomon-Hochschule in Berlin-Hellersdorf dazu auf, sich mit allem Nachdruck für den Erhalt des Gedichts „Avenidas“ des Lyrik-Preisträgers der Hochschule, Eugen Gomringer, an der Südfassade der Hochschule und damit für die Freiheit des dichterischen Wortes einzusetzen. Wir sind zutiefst beunruhigt über eine Entwicklung, die darauf abzielt, der Kunst einen Maulkorb vorzuspannen oder sie gar zu verbieten.

Die Studierenden, die sich für die Übermalung des ihrer Meinung nach anstößigen Gedichtes einsetzen, bitten wir zu überdenken, welche Konsequenzen eine solche Zensur letztlich hätte, und sich mit dem Phänomen der Bilderstürmerei in Vergangenheit und Gegenwart auseinanderzusetzen. Die Leitung der Hochschule fordern wir auf, unberechtigten und auf Missverständnissen, gar Unverständnis beruhenden Forderungen nicht opportunistisch Folge zu leisten.

„Wirklich skandalös an diesem barbarischen Schwachsinn eines AStA ist: Die Alice-Salomon-Hochschule Berlin ist eine Fachhochschule mit den Schwerpunkten Erziehung und Bildung, d.h. diese Kulturstürmer werden einst den Nachwuchs ausbilden“, so der Ehrenpräsident des deutschen PEN, Christoph Hein. „Uwe Bettig, der Rektor der Alice-Salomon-Hochschule Berlin, hält das Gedicht und die Anbringung auf der Fassade zwar für ein gelungenes Kunstwerk, will aber ‚die kritischen Stimmen der Studierenden ernst nehmen und diesen Rechnung tragen‘. Herr Bettig hat als Rektor einer Hochschule für Erziehung und Bildung einen gesellschaftlichen Auftrag: Er hat den Studierenden etwas von Erziehung und Bildung zu vermitteln und nicht deren unerzogene Unbildung zu respektieren. Er hat die Erzieher von morgen auszubilden und nicht deren Kultur- und Bildungsferne ernst zu nehmen und gar ihr zu folgen.“

Unsere Kollegin Nora Gomringer, Lyrikerin und PEN-Mitglied, hat zurecht in einem Beitrag auf Facebook darauf hingewiesen, dass auch der Bewunderer („un admirador“) im Gedicht ihres Vaters Teil der Aufzählung und nicht deren Beherrscher ist. Wir alle seien eingeladen, uns einen Reim darauf zu machen, schließlich bedürfe es nur des Wörtchens ‚und‘, um sich gedanklich aneinander anzuschließen.

Angesichts realer, brutaler sexistischer Gewalt weltweit hoffen wir, dass diese Provinzposse in Berlin-Hellersdorf alsbald ein Ende findet und an der Alice-Salomon-Hochschule Vernunft und Verstand und die Wertschätzung von Freiheit und Schönheit siegen.

Regula Venske
Präsidentin

Das PEN-Zentrum Deutschland ist eine von derzeit weltweit 150 Schriftstellervereinigungen, die im PEN International zusammengeschlossen sind. PEN steht für Poets, Essayists, Novelists. Die ursprünglich 1921 in England gegründete Vereinigung hat sich als Anwalt des freien Wortes etabliert und gilt als Stimme verfolgter und unterdrückter Schriftsteller.
06.09.201706.09.2017

 




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